Traditionelle kubanische Tänze

Der Son
Der Son entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Ostkubas „oriente“. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er in Havanna sehr populär. Musikalisch betrachtet ist der Son eine Mischung aus afrikanischen Trommeln und spanischer Gitarrenmusik. Das typische Band-Format war zu Beginn seiner Entwicklung ein Trio, bestehend aus den kubanischen Instrumenten Tres, Maraca und Clave. Sehr schnell hat sich dieses Format weiterentwickelt bis zum Septett mit mehreren Instrumenten.

Son ist die Wurzel aller kubanischen Tänze. 1999 wurde er weltweit durch den Wim-Wenders-Film „Buena Vista Social Club“ bekannt. Der Tanz hat einfache Ausführungen, viel Oberkörperbewegung, Rhythmusgefühl und Eleganz. 

Rumba
Die besondere künstlerische Charakteristik der Rumba liegt im Spiel zwischen Mann und Frau. In einer gut getanzten Rumba wird intensiv umeinander geworben; im Kontrast dazu werden beide Partner ab und zu „fahnenflüchtig” und müssen vom jeweils anderen zur Rückkehr gelockt werden. Im Vordergrund steht die nonverbale Kommunikation zwischen Mann und Frau. Im Idealfall fühlt sich das Publikum dazu eingeladen, an dieser Kommunikation teilzuhaben, und nimmt am spannenden Flirt zwischen den Tänzern Anteil.

Die Rumba und der kubanische Son
Der Rhythmus des Rumba-Grundschrittes entspricht dem des kubanischen Son bzw. Bolero-Son, das heißt bei einer 2/4-Notierung: kein Schritt auf das erste Achtel, je ein Schritt auf die übrigen drei Achtel (links-rechts-links bzw. rechts-links-rechts). Im Übrigen unterscheidet sich die Rumba deutlich im Bewegungsablauf, im Ausdruck, in der Art der Abläufe und Figuren, in der verwendeten Musik und in der Bewegung zur Musik: Die Hüftbewegung geht in der Rumba typischerweise auf der Seite des jeweils belasteten Beines nach außen, während der Oberkörper im Wesentlichen gerade bleibt.

Mambo
Der Mambo hat sich hauptsächlich aus den Zutaten Son und Danzón entwickelt. Durch die Übersiedlung vieler Süd- und Mittelamerikaner in die USA während des Zweiten Weltkrieges kam es in der Musik rasch zu einer leichten Vermischung aus kubanischen Rhythmen und dem Jazz. Folglich beeinflusste der Jazz auch den Mambo und verlieh ihm seine besondere Note. Im Mambo kommen Oberkörper und Hüften intensiv zum Einsatz, was ihm eine starke Dynamik verleiht.

Cha-Cha-Cha
Der Tanz wurde zwischen 1948 bis 1951 von Enrique Jorrín (kubanischer Musiker) erfunden. Der damals neue Tanz verursachte laut Jorrín ein scharrendes Geräusch, das für ihn wie cha cha chá klang und das er als rhythmische Gesangseinlage in einige seiner Lieder einbaute. Das Geräusch und die daraus resultierende rhythmische Zählweise „2, 3, Cha-Cha-Cha“ waren letztendlich namensgebend für den Tanz.

Der Cha-Cha-Cha verbreitete sich sehr schnell über die kubanische Grenze hinweg nach Mexiko und in die Vereinigten Staaten. 1963 wurde der Cha-Cha-Cha als lateinamerikanischer Tanz in das Welttanzprogramm aufgenommen und gehört seither weltweit zu den Basistänzen in Tanzschulen.

Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen dem ursprünglichen kubanischen und den westlichen Cha Cha Chá. Die westliche Variante ist durch die Technik der lateinamerikanischen Tänze geprägt. Die kubanische Variante wird klein und „erdig“ getanzt, das heißt, die Schritte werden stets auf dem ganzen Fuß angesetzt und die Füße kaum vom Boden gehoben.

 

Tanzniveaus

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