Kuba/Alt-Havanna

Havanna – die Perle der Karibik

Zweifellos ist die Geschichte dieser einmaligen Stadt ebenso abwechslungsreich wie die Historie der Insel Kuba. Gründung, Aufstieg, Niedergang und die jetzigen Sanierungsvorhaben Havannas sind geprägt von den wirtschaftlichen und politischen Einflüssen einer 500-jährigen Epoche.

Das heutige Havanna zählt 2,4 Millionen Einwohner; bei einer Gesamteinwohnerzahl von 11,6 Millionen Kubanern leben ca.25 % der kubanischen Bevölkerung in der Metropole. Warum Havanna bis heute so sehr unter dem Zerfall zahlloser Bauten und einer maroden Infrastruktur mit kaputten Straßen leidet, lag auch im Bestreben der damaligen Revolutionsregierung, den Zuzug vieler Kubaner in die Metropole zu verhindern und in die ländlichen Regionen zu investieren, sodass für Havanna nichts übrig blieb. Viel wichtiger war es nach der Revolution, Havanna als Zentrum des Glücksspiels, der Geldwäsche und der Prostitution zu säubern und der Bevölkerung neue Perspektiven in Bildung, Beruf und Arbeit zu geben, als das Glück in Bordellen, Casinos und auf dem Schwarzmarkt zu suchen.

Bis heute ist dieser faszinierende Widerspruch aus bestehenden Gegensätzen erhalten geblieben und es lohnt sich, für diese einzigartige Stadt Zeit zu nehmen, um sie für sich zu entdecken.

Sie werden so gegensätzliche Stadtviertel kennenlernen wie die koloniale Altstadt „Hagana Vieja“ mit den aufwendig und liebevoll restaurierten Plazas, den kolonialen Prachtbauten und Palästen, dann das marode Centro Habana, einst Viertel der ärmeren schwarzen Bevölkerung mit verfallenen Gebäuden, von Schlaglöchern übersäten Straßen und Gehwegen, den Stadtteil Vedado mit seinen prächtigen Villen im Art Nouveau Stil, erbaut von den Neureichen Anfang des 19. Jahrhunderts (jetzt Sitz vieler Botschaften), schließlich den mondänen Stadtteil Miramar als bevorzugtes Wohngebiet der Elite, mit Luxusvillen und Blick aufs Meer. Jedes dieser Stadtteile Havannas erzählt seine Geschichte aus den Zeiten von Sklaverei, spanischen und kreolischen Großgrundbesitzern, Tabak- und Zuckerbaronen, Casinos und Mafiabossen.

All diese Stadtviertel verbindet die über vier Kilometer lange Uferpromenade, der weltberühmte Malecon, das wohl bekannteste Erkennungssymbol Havannas und heimliches Herz dieser Stadt.

Ein Muss für jeden Havanna-Besucher ist mindestens ein Spaziergang am Malecon kurz vor Sonnenuntergang. Der sprichwörtliche karibische Traum wird Wirklichkeit, wenn Sie die Prachtpromenade herunterschlendern, auf der einen Seite das Meer, gegenüberliegend wunderschön renovierte Stadthäuser, Cafés und Restaurants, Liebespaare auf der Mauer sitzend, Familien mit ihren Kindern, junge Leute, sich einfindende Musiker und Angler, die das eigentliche Leben auf der Straße wiedergeben, all das Eindrücke, die in Erinnerung bleiben.